Veränderungen im Biokraftstoffmarkt
Der Markt für Biokraftstoffe erlebt derzeit deutliche Verschiebungen. Im Fokus stehen dabei Biodiesel und HVO (Hydrotreated Vegetable Oil), die unterschiedliche Entwicklungen aufzeigen. Während Biodiesel im Rahmen der Beimischung kräftig zulegte, blieb HVO hinter dem Vorjahresniveau zurück. Gleichzeitig etabliert sich HVO100 als Reinkraftstoff zunehmend auf dem Markt. Die Gründe dafür liegen sowohl in regulatorischen Vorgaben als auch in wirtschaftlichen Überlegungen der Mineralölunternehmen.
Biodiesel vs. HVO – Zahlen, Trends und Hintergründe
Biodiesel: Starker Einsatz in der Beimischung
Der Verbrauch von Biodiesel schwankte zwar monatlich, blieb aber insgesamt stabil. Nach rund 181.400 Tonnen im Januar erreichte er im Februar mit 214.868 Tonnen einen vorläufigen Höchstwert. In den Folgemonaten bewegten sich die Mengen meist zwischen 180.000 und 200.000 Tonnen, bevor sie im Dezember leicht auf 182.230 Tonnen zurückgingen.
Insgesamt summierte sich der Einsatz auf knapp 2,2 Millionen Tonnen – ein Plus von etwa 12 % gegenüber dem Vorjahr.
HVO: Rückläufig in der Beimischung
HVO zeigte einen gegensätzlichen Trend. Zwar wurde im März 2025 mit 24.300 Tonnen ein Spitzenwert erreicht, danach fielen die Mengen jedoch meist unter 10.000 Tonnen, mit dem Tiefstwert von 3.600 Tonnen im November. Insgesamt belief sich der Einsatz auf rund 118.900 Tonnen – 17 % weniger als 2024.
Reinkraftstoff HVO100 gewinnt an Bedeutung
Während HVO in der Beimischung schrumpfte, stieg HVO100 als Reinkraftstoff deutlich an. Laut BAFA wurden 2025 rund 132.700 Tonnen abgesetzt. Biodiesel als Reinkraftstoff (B100) spielte mit rund 6.000 Tonnen weiterhin nur eine geringe Rolle. Die UFOP wertet dies als Erfolg der Vermarktungskampagnen des Mineralölhandels, trotz des höheren Preises gegenüber Biodiesel.
Quotenregeln und Kompensationseffekte
Die UFOP betont, dass die Doppelanrechnung bestimmter Biokraftstoffe aus Abfallrohstoffen und deren hohe Treibhausgasminderung einen Kompensationseffekt erzeugen. Diese Rohstoffe fließen mit einem THG-Wert von null Gramm CO₂ in die Bilanz ein. Eine wesentliche Änderung der Rohstoffzusammensetzung gegenüber dem Vorjahr wird nicht erwartet.
Ausblick auf 2026
Für das kommende Quotenjahr 2026 prognostiziert die UFOP einen höheren physischen Bedarf an Biokraftstoffen. Grund sind die Anhebung der THG-Quotenverpflichtung von 10,6 % auf 12,1 % sowie der rückwirkende Wegfall der Doppelanrechnung ab Januar 2026. Wie stark der THG‑Quotenhandel diesen Effekt abmildern wird, bleibt offen.
Kritik an fehlender Transparenz
Die UFOP kritisiert die Veröffentlichungspraxis des BAFA: Monatliche Verbrauchsdaten zu fossilen Kraftstoffen und Biokraftstoffen werden nicht zeitnah bereitgestellt. Diese Informationen sind jedoch entscheidend, um Markt- und Bedarfsentwicklungen sachgerecht bewerten zu können.
Fazit: Biodiesel gewinnt, HVO wandelt sich
Das Quotenjahr 2025 zeigt, dass Biodiesel weiterhin der bevorzugte Biokraftstoff zur Beimischung ist, während HVO in dieser Rolle zurückgeht. HVO100 als Reinkraftstoff gewinnt jedoch zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig verdeutlicht die mangelnde Datenverfügbarkeit durch das BAFA, dass Transparenz im Biokraftstoffmarkt noch verbesserungswürdig ist. Für 2026 wird ein steigender Biokraftstoffbedarf erwartet, bedingt durch höhere THG-Quoten und regulatorische Änderungen.
Quelle: Verkehrsrundschau
