Leichter Anstieg der Lkw-Fahrleistung im Februar 2026
Im Februar 2026 verzeichneten mautpflichtige Lastkraftwagen mit mindestens vier Achsen auf Bundesautobahnen einen kalender- und saisonbereinigten Anstieg der Fahrleistung um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag der indexbereinigte Wert sogar 1,5 Prozent höher. Diese Zahlen liefern wichtige Hinweise auf die wirtschaftliche Entwicklung, insbesondere in der Industrie: Mehr Produktion und Warenbewegungen erzeugen automatisch mehr Verkehrsleistung. Der Lkw-Maut-Fahrleistungsindex gilt daher als Frühindikator für die Konjunktur. Er liegt in der zeitlichen Verfügbarkeit oft etwa einen Monat vor klassischen Produktionsindizes, was ihn besonders für Analysten und Entscheidern wertvoll macht.
Berufskraftfahrer weiterhin stark nachgefragt
Die Nachfrage nach Führerscheinen für Lkw- und Busklassen setzt ihren langjährigen Aufwärtstrend fort. 2025 wurden insgesamt 123.414 theoretische und 123.746 praktische Prüfungen abgelegt, was im Vergleich zu 2024 einen Zuwachs von drei bzw. vier Prozent bedeutet. Besonders bemerkenswert ist, dass die Erfolgsquoten in diesen Klassen deutlich höher sind als bei Pkw-Prüfungen. Während bei Pkw-Schüler fast die Hälfte der Theorieprüfungen nicht bestanden wird, bestehen Lkw-Prüflinge etwa sechs von sieben Prüfungen erfolgreich. Seit 2016 ist die Zahl der Prüfungen kontinuierlich gestiegen: Die theoretischen Prüfungen legten um rund 30 Prozent zu, die praktischen sogar um 35 Prozent. Dennoch reichen diese positiven Entwicklungen nicht aus, um den bestehenden Fachkräftemangel zu beheben. Laut Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) fehlen derzeit etwa 100.000 Lkw-Fahrer in Deutschland.
Fachkräftesicherung durch Qualität und Digitalisierung
Um die Situation zu verbessern, fordert der TÜV-Verband eine stärkere Professionalisierung und Attraktivierung des Berufsbilds Berufskraftfahrer. Modernisierte und praxisnahe Qualifikationen sowie verbindliche Sicherheitsstandards sollen sicherstellen, dass neue Fahrer den Anforderungen im Straßenverkehr gewachsen sind. Digitalisierung wird dabei als Chance gesehen: Online-Theoriekurse, Fahrsimulatoren und digitale Verwaltungsprozesse sollen den Ausbildungs- und Prüfungsprozess effizienter machen, ohne dass Sicherheitsstandards abgesenkt werden. Kürzere Prüfungszeiten oder weniger vorgeschriebene Fahrten seien hingegen ein Risiko, da schwere Fahrzeuge mit langen Bremswegen und großen toten Winkeln keine Fehler verzeihen. Das Ziel: Effizienzsteigerung durch Digitalisierung darf nicht auf Kosten der Verkehrssicherheit gehen. Digitale Antragstellungen, optimierte Terminplanung und intelligente Kommunikation zwischen Fahrschulen, Behörden und Prüfstellen sollen den Prozess erleichtern, aber die Qualität der Ausbildung und Prüfung muss weiterhin oberste Priorität haben.
Gericht stärkt Wettbewerb bei Schnellladeinfrastruktur
Ein aktuelles Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf hat für Klarheit im Bereich der Schnellladeinfrastruktur an Autobahnen gesorgt. Bisher hatten Tank & Rast und die Ostdeutsche Autobahntankstellen GmbH bestehende Konzessionsverträge ohne Ausschreibung um die Bereitstellung von Schnellladesäulen erweitert. „Fastned“ Deutschland hatte gegen diese Praxis geklagt. Der Europäische Gerichtshof entschied, dass wesentliche Änderungen an Konzessionsverträgen nur dann ohne Ausschreibung zulässig sind, wenn sie „erforderlich“ für den Betrieb der Stationen sind. Das Betreiben von Schnellladesäulen fiel nicht darunter. Damit muss die Autobahn GmbH nun ein formales Vergabeverfahren durchführen, wenn sie Schnellladeinfrastruktur errichten möchte. Fastned begrüßte das Urteil als „Sieg für fairen Wettbewerb und Elektromobilität“ und fordert offene Ausschreibungen, die Qualität und Kundenorientierung in den Vordergrund stellen.
Fazit
Die deutsche Verkehrswirtschaft steht an einem Wendepunkt: Einerseits steigen Lkw-Fahrleistungen und die Nachfrage nach Berufskraftfahrer-Prüfungen, andererseits bleibt der Fachkräftemangel eine zentrale Herausforderung. Gleichzeitig setzt das Urteil zur Schnellladeinfrastruktur ein wichtiges Signal für fairen Wettbewerb und die nachhaltige Entwicklung der Elektromobilität. Effizienzsteigerungen durch Digitalisierung und transparente Vergabeverfahren könnten zusammen dazu beitragen, dass sowohl die klassische Logistik als auch der neue Bereich der Schnellladeinfrastruktur langfristig erfolgreich wachsen.
Quellen:
verkehrsrundschau.de trans.info/de
