Warum die Maut in Italien steigt:
Inflationsanpassung als rechtliche Grundlage
Die Erhöhung der Autobahnmaut basiert auf einer interministeriellen Verordnung des Finanz- und Verkehrsministeriums. Sie folgt den bestehenden Konzessionsverträgen zwischen dem italienischen Staat und den Autobahnbetreibern. Diese sehen regelmäßige, inflationsgebundene Anpassungen vor – unabhängig von aktuellen politischen Debatten.
Welche Autobahnen betroffen sind
Die neuen Tarife gelten für den Großteil des italienischen Autobahnnetzes. Besonders betroffen ist das rund 3.000 Kilometer lange Netz von Autostrade per l’Italia, auf dem überwiegend der reguläre Anpassungssatz von 1,5 Prozent angewendet wird.
Einzelne Strecken weisen höhere oder niedrigere Veränderungen auf:
- Salerno–Pompeji–Neapel: +1,925 Prozent (stärkste Erhöhung)
- Brennerautobahn: +1,46 Prozent
- Mehrere Autobahnen in Nord- und Süditalien: +1,5 Prozent
Wo die Maut sinkt oder unverändert bleibt
Neben den Erhöhungen gibt es auch Ausnahmen. Auf Teilen der A5, A10, A12 und A21 wurden die Tarife gesenkt – teils um mehrere Prozent.
Unverändert bleiben lediglich:
- Autostrade Alto Adriatico
- Strada dei Parchi (A24 und A25)
Politischer Widerstand und Gerichtsurteil
Das Verkehrsministerium unter Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini hatte sich vehement gegen die Erhöhung ausgesprochen und versucht, diese auszusetzen. Ein Urteil des italienischen Verfassungsgerichts machte diesen Plänen jedoch ein Ende. Das Gericht stellte klar, dass vertraglich vereinbarte Mautanpassungen nicht einseitig aufgehoben oder eingefroren werden dürfen. Die Autobahnbetreiber erhielten damit rechtliche Rückendeckung.
Fazit: Höhere Kosten trotz politischer Kritik
Die Mauterhöhung in Italien ist das Ergebnis langfristiger Verträge und inflationsgebundener Berechnungen – nicht kurzfristiger politischer Entscheidungen. Auch wenn die Regierung die Anpassungen kritisiert, sind sie rechtlich bindend. Für Autofahrer bedeutet das seit Anfang 2026 höhere Kosten auf vielen Strecken, insbesondere auf wichtigen Transit- und Reiserouten. Gleichzeitig zeigen vereinzelte Tarifsenkungen, dass das System differenziert angewendet wird.
Quellen: Verkehrsrundschau, Tagesspiegel
