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Jost Group stärkt Deutschlandgeschäft mit Übernahme von CTJ Janssen

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Jost Group stärkt Deutschlandgeschäft mit Übernahme von CTJ Janssen

Kurz gesagt: Die Luxemburger Jost Group übernimmt das deutsche Transportunternehmen CTJ Janssen aus Grevenbroich und baut damit ihre Position im deutschen Logistikmarkt deutlich aus. CTJ bringt rund 400 eigene Lkw, ein breites Kundenspektrum und einen erwarteten Jahresumsatz von knapp 135 Millionen Euro mit. Besonders auffällig ist die Fahrersituation: Während viele Unternehmen unter Fahrermangel leiden, verfügt CTJ nach eigenen Angaben sogar über eine Warteliste für Fahrer.

Ein starkes Transportunternehmen wird Teil einer europäischen Gruppe

Die Jost Group setzt ihren Wachstumskurs fort und übernimmt CTJ Janssen aus Grevenbroich. Die Transaktion wurde nach der Genehmigung durch das Bundeskartellamt unmittelbar vollzogen.

Für Jost ist die Übernahme vor allem strategisch interessant. Deutschland gehört zu den wichtigsten Logistikmärkten Europas. Mit CTJ erhält die Gruppe nicht nur einen zusätzlichen Standort in einer wirtschaftlich starken Region, sondern übernimmt gleichzeitig ein etabliertes Transportunternehmen mit eigener Flotte, langjährigen Kundenbeziehungen und einer erfahrenen Belegschaft.

Der bisherige Mehrheitsgesellschafter Olaf Meyers begründet den Verkauf insbesondere mit gesundheitlichen Gründen. Nach vielen Jahren im operativen Geschäft möchte er sich aus dem täglichen Unternehmensstress zurückziehen. Bis zum Jahresende soll er den Übergang noch begleiten und anschließend beratend tätig bleiben.

Vom Chemiefrachtführer zum breit aufgestellten Unternehmen

CTJ hat sein Geschäftsmodell in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Früher war das Unternehmen stark auf Chemietransporte spezialisiert. Während der Finanzkrise ab 2008 gingen diese Verkehre jedoch zurück.

Daraufhin begann CTJ, neue Kundengruppen zu erschließen und das Geschäft breiter aufzustellen. Heute transportiert das Unternehmen vor allem Lebensmittel, Getränke und Konsumgüter. Zu den im Bericht genannten Kunden gehören unter anderem Nestlé, Metro, Coca-Cola, PepsiCo, Beiersdorf und Reckitt.

Damit ist CTJ heute weniger abhängig von einzelnen Branchen. Gerade Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs werden auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten benötigt. Chemietransporte machen inzwischen nur noch rund drei Prozent des Umsatzes aus.

Diese breite Kundenstruktur zählt laut Meyers zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren des Unternehmens.

Rund 650 Fahrzeuge täglich im Einsatz

Auch die Transportkapazität von CTJ ist beachtlich. Knapp 400 eigene Lkw fahren für das Unternehmen in Deutschland.

Hinzu kommen zwölf feste Transportunternehmer mit rund 110 Fahrzeugen für nationale Transporte sowie acht polnische Unternehmen mit etwa 105 Fahrzeugen für Verkehre unter anderem in die Niederlande, nach Belgien und Frankreich. Zusätzlich werden täglich etwa 30 bis 50 Fahrzeuge über den Spotmarkt eingesetzt.

Insgesamt disponiert CTJ damit rund 650 Fahrzeuge.

Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von knapp 135 Millionen Euro. Der größte Teil davon wird im innerdeutschen Transportgeschäft erwirtschaftet.

Für die Jost Group bedeutet die Übernahme damit einen direkten Zugang zu einem großen bestehenden Transportnetzwerk. Kundenbeziehungen, Fahrer, Fahrzeuge und operative Strukturen müssen nicht erst neu aufgebaut werden.

Qualität statt niedrigster Preis

CTJ positioniert sich nach Angaben von Meyers bewusst nicht als günstigster Anbieter am Markt. Stattdessen liegt der Schwerpunkt auf einer hohen Lieferzuverlässigkeit.

Die Zustellquote liegt laut Meyers zwischen 99 und 100 Prozent. Um dieses Niveau zu halten, nimmt das Unternehmen teilweise auch zusätzliche Kosten in Kauf. Ist beispielsweise kein Fahrzeug in unmittelbarer Nähe verfügbar, können Leerfahrten notwendig werden, damit ein Kunde seine Transportkapazität trotzdem erhält.

Das zeigt gleichzeitig, warum Transportleistungen nicht ausschließlich anhand eines Kilometerpreises kalkuliert werden können.

Neben der gefahrenen Strecke spielen Wartezeiten bei der Be- und Entladung, zusätzliche Arbeitsschritte, besondere Beladungsformen oder spezielle Ausrüstung eine wichtige Rolle. Gerade bei anspruchsvolleren Transporten können diese Faktoren die Kosten deutlich beeinflussen.

Für CTJ steht daher die gesamte Transportleistung im Mittelpunkt – nicht nur die gefahrene Entfernung.

Kein Fahrermangel trotz angespannter Branche

Besonders interessant ist die Situation beim Fahrpersonal.

Viele deutsche Transportunternehmen kämpfen seit Jahren mit Schwierigkeiten bei der Fahrergewinnung. CTJ berichtet dagegen, aktuell keinen Fahrermangel zu haben. Nach Angaben von Meyers existiert sogar eine Warteliste mit Fahrern, die für das Unternehmen arbeiten möchten.

Von rund 570 bei CTJ beschäftigten Lkw-Fahrern stammen 510 aus Polen. Sie sind mit deutschen Arbeitsverträgen beim Unternehmen angestellt.

Ein wichtiger Bestandteil dieses Modells ist die sprachliche Betreuung. Auch in der Verwaltung arbeiten zahlreiche polnischsprachige Beschäftigte. Dadurch können beispielsweise Fragen zur Lohnabrechnung, Palettenbuchhaltung oder technische Probleme einfacher geklärt werden.

Gleichzeitig setzt CTJ auf moderne Wege der Fahrergewinnung. Zwei Mitarbeiterinnen sprechen potenzielle Fahrer gezielt über TikTok, Instagram und Facebook sowie bei Aktionen auf Raststätten an.

Der Ansatz zeigt, dass erfolgreiche Fahrergewinnung heute deutlich über klassische Stellenanzeigen hinausgeht. Sprache, Betreuung und direkte Kommunikation können dabei ebenso wichtig sein wie das eigentliche Stellenangebot.

HVO100 und weniger Kraftstoffverbrauch

Auch beim Fuhrpark verfolgt CTJ eine eigene Strategie. Die eigenen Lkw fahren nach Angaben von Meyers vollständig mit HVO100. Das Unternehmen verbraucht davon rund eine Million Liter pro Monat.

Darüber hinaus wurde die Geschwindigkeit der Zugmaschinen auf etwa 80 bis 83 km/h begrenzt. Dadurch soll der Kraftstoffverbrauch reduziert werden. Nach Angaben von Meyers liegt dieser bei weniger als 23 Litern auf 100 Kilometer.

Gerade bei einer Flotte von mehreren hundert Fahrzeugen können bereits kleine Verbrauchsunterschiede erhebliche Auswirkungen auf die laufenden Betriebskosten haben.

Warum CTJ verkauft wurde

Neben den gesundheitlichen Gründen des bisherigen Eigentümers spielt auch das weitere Wachstum des Unternehmens eine Rolle.

Der Standort in Grevenbroich stößt zunehmend an seine Kapazitätsgrenzen. CTJ wartet bereits seit mehreren Jahren auf zusätzliche Gewerbeflächen.

Ein möglicher Neubau mit Werkstatt, Waschanlage und Sozialräumen hätte nach Angaben von Meyers Investitionen von rund 25 Millionen Euro erfordert. Dieses finanzielle Risiko wollte er aufgrund seiner persönlichen Situation nicht mehr eingehen.

Mit der Jost Group erhält CTJ nun einen Eigentümer, der über deutlich größere finanzielle Möglichkeiten und internationale Strukturen verfügt.

Jost stärkt sein europäisches Netzwerk

Die Jost Group gehört zu den großen Straßengüterverkehrsunternehmen in Belgien und verfügt bereits über ein umfangreiches europäisches Netzwerk.

Vor der Übernahme umfasste die Gruppe unter anderem rund 1.700 Lkw, etwa 4.000 Auflieger und umfangreiche Lagerkapazitäten. Das Unternehmen ist in mehreren europäischen Ländern sowie in Tunesien vertreten.

Mit CTJ stärkt Jost nun insbesondere seine Präsenz in Deutschland. Gleichzeitig sollen internationale Kunden stärker vom bestehenden deutschen Transportnetzwerk profitieren.

CTJ soll vollständig in die Gruppe integriert werden. Jost betont jedoch, dass die lokale Marktexpertise, die Kundenorientierung und der bisherige Unternehmergeist erhalten bleiben sollen.

Damit verbindet die Übernahme zwei unterschiedliche Stärken: CTJ bringt ein gut ausgebautes nationales Transportnetzwerk und starke Kundenbeziehungen ein, während Jost internationale Strukturen und zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten bietet.

Fazit

Die Übernahme von CTJ Janssen ist für die Jost Group ein wichtiger Schritt auf dem deutschen Transportmarkt.

CTJ bringt rund 400 eigene Lkw, täglich etwa 650 disponierte Fahrzeuge, einen erwarteten Umsatz von knapp 135 Millionen Euro und einen breiten Kundenstamm in die Gruppe ein. Besonders bemerkenswert ist dabei die Fahrersituation: Während der Fahrermangel viele Transportunternehmen belastet, verfügt CTJ nach eigenen Angaben sogar über eine Warteliste.

Für Jost bedeutet die Übernahme daher weit mehr als eine Erweiterung des Fuhrparks. Die Gruppe erhält Zugang zu einem etablierten deutschen Transportnetzwerk mit vorhandenen Kunden, erfahrenen Mitarbeitern und hohen eigenen Kapazitäten.

Für CTJ wiederum eröffnet die Zugehörigkeit zu einer größeren europäischen Gruppe neue Möglichkeiten für weiteres Wachstum und internationale Transporte.

Quellen

www.dvz.de
www.verkehrsrundschau.de
www.jostgroup.com

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